Manchmal gibt es Entscheidungen, die man als kleines Unternehmen nur schwer nachvollziehen kann. Eine davon betrifft aktuell unseren Versand innerhalb der Europäischen Union.
Der Grund ist die neue europäische Verpackungsverordnung PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation). Sie soll Verpackungsmüll reduzieren und das Recycling verbessern – grundsätzlich ein Ziel, das wir selbstverständlich unterstützen.
Das Problem ist die Art und Weise, wie diese Vorgaben für kleine Händler und Hersteller umgesetzt werden.
Wenn beispielsweise nur eine einzelne Bestellung aus einem anderen EU-Land eingeht, müssen dafür unter Umständen die dort geltenden Verpackungs- und EPR-Vorgaben erfüllt werden. Dazu gehören je nach Land unter anderem Registrierungen, Lizenzierungen, Meldungen und die Teilnahme an entsprechenden Systemen.
In einigen Ländern ist zusätzlich ein Bevollmächtigter vor Ort erforderlich. Auch dessen Beauftragung kann wiederum mit zusätzlichen Formalitäten und Kosten verbunden sein.
Was bedeutet das konkret?
Natürlich entstehen dadurch Kosten – und zwar nicht nur einmalig.
Allein am Beispiel Österreich können für einen kleinen Händler schnell rund 500 € pro Jahr anfallen. Dazu kommen gegebenenfalls Kosten für die notwendige notarielle Beglaubigung, weitere Gebühren sowie selbstverständlich die eigentlichen Versandkosten.
Und Österreich ist nur ein einziges EU-Land.
Wenn die entsprechenden Anforderungen für viele oder sogar alle EU-Länder erfüllt werden müssten, würde daraus für einen kleinen Shop schnell ein zusätzlicher Aufwand von mehreren tausend bis hin zu 5.000–10.000 € pro Jahr entstehen – zusätzlich zum erheblichen bürokratischen Aufwand, der in jedem einzelnen Land anfällt.
Für einen großen Onlinehändler mit zehntausenden oder hunderttausenden Sendungen mögen solche Kosten auf eine große Anzahl von Bestellungen verteilt werden können.
Für einen kleinen, unabhängigen Händler wie das Stoffwerk Siegen sieht die Rechnung leider ganz anders aus.
Wir können diese zusätzlichen Kosten nicht einfach auf unsere Produkte und damit auf alle Kundinnen und Kunden umlegen.
Wir finden: Umweltschutz ist wichtig – aber auch kleine Unternehmen müssen eine Chance haben
Wir unterstützen das Ziel, Verpackungen zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und Recycling zu verbessern.
Aber wir finden auch:
Umweltschutz und Nachhaltigkeit dürfen nicht dazu führen, dass kleine Unternehmen aufgrund unverhältnismäßiger Bürokratie und Kosten ihre Kunden in Europa nicht mehr beliefern können.
Gerade kleine Händler und Manufakturen können von solchen Regelungen besonders stark betroffen sein. Wo große Unternehmen eigene Abteilungen für Recht, Verwaltung und Compliance beschäftigen, müssen kleine Betriebe dieselben Anforderungen mit ihren begrenzten personellen und finanziellen Möglichkeiten bewältigen.
Das ist für uns wirtschaftlich leider nicht mehr darstellbar.
Deshalb müssen wir Konsequenzen ziehen
Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht.
Ab sofort können wir unsere Produkte deshalb leider nur noch nach
🇩🇪 Deutschland
🇨🇭 Schweiz
🇬🇧 Großbritannien
versenden.
An alle unsere Kundinnen und Kunden in Österreich, Frankreich, den Niederlanden und den anderen EU-Ländern:
Es tut uns wirklich leid.
Wir würden euch sehr gerne weiterhin beliefern. Aber als kleines Unternehmen können wir den zusätzlichen finanziellen und bürokratischen Aufwand, der mit dem Versand in zahlreiche EU-Länder verbunden ist, leider nicht mehr wirtschaftlich abbilden.
Wir hoffen sehr, dass es zukünftig Lösungen gibt, die auch kleinen Händlern einen unkomplizierten und bezahlbaren Versand innerhalb Europas ermöglichen.
